Närrisches Jubiläum

Der Heimatverein Postalia, der im Langenfelder Karneval sehr aktiv ist, feiert in dieser Session besonders kräftig, ist er doch 2005 genau 3 x 11 Jahre alt.

VON RUDI PAAS

LANGENFELD "Trari - Trara - Postalia!" Wenn dieser Schlachtruf bei karnevalistischen Veranstaltungen des Heimatvereins Postalia erklingt, dann geht die Post ab. In der fünften Jahreszeit versprechen diese drei ausgerufenen Worte der rheinischen Seele Spaß an der Freud. In dieser Session gibt's obendrein ein närrisches Jubiläum. Die Postalia wird nämlich während der tollen Tage "3 x11 Jahre" alt sein. 1972 wurde sie in das Vereinsregister eingetragen.

Gründer waren vor allein Postbedienstete. Schon in den 60er-Jahren wurde in der Paketkammer des Postamtes am Berliner Platz Karneval gefeiert. Ziel der Vereinsgründer war es, die Posthistorie und das heimatliche Brauchtum zu pflegen. Einer von ihnen, das heute 93-jährige Ehrenmitglied Rudolf Ernst, ist immer noch aktiv und bei jeder Veranstaltung dabei. Er war der erste Vorsitzende.

Das Ziel, dass sich die Gründerväter gesetzt hatten, die Anschaffung von posthistorischen Uniformen aus dem ganzen Bundesgebiet, wurde und wird auch heute noch konsequent verfolgt. Heute stellt die Kutschergarde mit den Uniformen aus den verschiedenen Epochen des deutschen Postwesenseinen wesentlichen Beitrag zur Repräsentation der Postalia in der Öffentlichkeit. Über das Jahr verteilt stehen verschiedene heimatkundliche Veranstaltungen an.

Einige Mitglieder hatten die Idee, den Verein auf eine breitere Basis zu stellen, um im Karneval aktiver zu werden. 1977 hatte die Postalia in der Stadthalle ihre erste Prunksitzung, durch die der heutige Ehrenpräsident Julius Rees führte, ein Vollblutkarnevalist aus Düsseldorf. Die Karnevalssitzungen des Heimatvereins erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit, sind immer im Carl-Becker-Saal an der Hitdorfer Straße.

Mehr als 200 Mitglieder hat der Verein zurzeit - keineswegs nur Postbedienstete, sondern zunehmend Heimatfreunde. Die Postalia-Verantwortlichen versuchen, junge Menschen ins Vereinsleben zu integrieren. Dazu gründeten sie ein Tanzcorps, das sich durch viel Trainingsfleiß einen Namen machte. Es gelang allerdings nicht auf Dauer, den Nachwuchs in der gewünschten Form zu binden. Als dann noch der "Vater", Kommandant Hardy Bein, aus Altersgründen sein Amt niederlegte, war die Auflösung nur noch eine Frage der Zeit.

Der Heimatverein Postalia macht auch durch öffentliche Auftritte seines Traditionspaares auf sich aufmerksam und betreut zudem die Kinderprinzenpaare. In Hartmut Schiffer, Peter Koch und zur laufenden Jubiläumssession in Dietmar Servatius stellte die Postalia bislang drei Karnevalsprinzen. Vorsitzender ist zurzeit Heinz Schäfer, Präsident Hans Peter Liever.

In Dietmar den I. und Wilma die I. stellt die
Postalia im Jubiläumsjahr das Prinzenpaar

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Weit mehr als ein Karnevalsverein

Die Postalia wurde vor dreimal 11 Jahren gegründet. Neben der Narretei ist die Heimat heute gleichberechtigtes Vereinsinteresse.

Von Lothar Müller
Langenfeld. Wie bei allen Vereinen war der Anfang bescheiden: Elf Postbeschäftigte nahmen in historischen Uniformen am Karnevalszug 1972 teil. Kurz darauf regten sie die Gründung eines Vereins an. Nur wenige Wochen später wurde in der Kantine des Postamtes am Berliner Platz von etwa 20 Angestellten der „Langenfelder Heimatverein Postalia” offiziell aus der Taufe gehoben. In dieser Session werden somit dreimal 11 Jahre - ein närrisches Jubiläum - gefeiert.

Die Pflege des heimatlichen Brauchtums, untrennbar mit der Posthistorie verbunden, war und ist das erklärte Vereinsziel. Dazu gehörte auch die Anschaffung von posthistorischen Uniformen aus dem ganzen Bundesgebiet, was bis heute konsequent weiter verfolgt wird. Sie werden von der Kutschergarde getragen und zeugen von den verschiedenen Epochen des deutschen Postwesens. Als Begleitung des Traditionspaars, Postillion und Christel von der Post, sind sie ein wesentlicher Beitrag der Repräsentation in der Öffentlichkeit.

Nur fünf Jahre nach der Gründung wurde auf Anregung einiger Mitglieder der Verein auf eine breitere Basis gestellt, um nicht nur im Karneval, sondern auch bei anderen Anlässen aktiv zu werden. Als Glücksfall erwies sich die Verpflichtung des in Monheim lebenden Düsseldorfer Vollblutkarnevalisten Julius Rees für die erste Prunksitzung 1977 in der Stadthalle. Der heutige Ehrenpräsident, der bis 1998 die Sitzungen leitete, kreierte bei dieser Gelegenheit den Ruf „Trari-Trara Postalia”. Es war die Geburtsstunde der Postalia-Sitzungen, die nach dem einmaligen Gastspiel in der Stadthalle immer im Carl-Becker-Saal an der Hitdorfer Straße abgehalten werden und sich großer Beliebtheit erfreuen.

Von den inzwischen mehr als 200 Mitgliedern ist nur noch der geringste Teil bei der Post tätig. Und die Aktivitäten gehen weit über den Karneval hinaus: Teilnahme an Festen in der Innenstadt, der jährliche Ausflug, der stets den Besuch eines Museums oder einer anderen Sehenswürdigkeit beinhaltet, die Fahrradrallye mit dem Ziel, die nähere Umgebung besser kennen zu lernen, dienen dem Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder.

Nie hat es an solchen gefehlt, die bereit waren, Verantwortung zu tragen, angefangen bei Gründungsmitglied und ersten Vorsitzenden Rudolf Ernst, der auch mit 93 Jahren noch immer aktiv ist, über Julius Rees, Hardy Hein, Friedrich Wormland, Dieter Theophil, Hartmut Schiffer bis zu Peter Koch - um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Heinz Schäfer steht heute an der Spitze, Hans-Peter Liever ist in die Rolle des Sitzungspräsidenten gewachsen. 17 Männer und Frauen bilden den geschäftsführenden und erweiterten Vorstand - ein Kollektiv, das alles im Griff und alles getan hat, um die heutige Jubiläumsprunksitzung zu einem Höhepunkt in 33-jährigen Postalia Geschichte werden zu lassen.
 

Die Anschaffung posthistorischer Uniformen aus Deutschland wird - wie diese Beispiele aus der noch
 laufenden Ausstellung in der Sparkasse belegen - von der Postalia konsequent weiter verfolgt.